Sonnige Perspektive
Hohe Energiepreise, die Klimadiskussion und
eine attraktive Förderung haben der Sonnenenergie zum Durchbruch verholfen: Schon 1,3 Millionen Solaranlagen liefern Strom und Wärme
Solaranlagen sparen Heizkosten und schützen das
Klima
Es gibt sie schon, die energieautarken Häuser der Zukunft, die nur mit Wärme aus der Sonne beheizt werden und ihren Strom mit Photovoltaikanlagen selbst erzeugen. 84 Quadratmeter
Sonnenkollektoren liefern beispielsweise im Regensburger Solarhaus von Jakob Lehner ganzjährig die Energie für die Heizung und warmes Wasser – noch nicht einmal ein Holzofen als
Zusatzheizung für besonders kalte Wintertage wird benötigt. Darüber hinaus produzieren Photovoltaikmodule auf der Terrassenüberdachung rund 4.000 Kilowattstunden Sonnenstrom im Jahr.
„Wir wollten uns komplett von anderen Energieträgern unabhängig machen“, sagt der Bauherr, „und die Sonne schickt uns keine Rechnung.“
Immer größere Anlagen, mit denen die Sonne zum Energieversorger Nummer eins im Haus wird – das dürfte der künftige Megatrend im boomenden Solarmarkt sein. „Die Entwicklung im
Neubaubereich geht hin zum energieautarken Wohnen“, prophezeit Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW). „Ganzjahressolarhäuser haben das Potential,
bereits in den nächsten Jahren zum Bautrend zu werden.“
Der Schlüssel dafür liegt in der Speichertechnologie. Da die Sonne zu den Zeiten, in denen der Wärmebedarf am größten ist, am wenigsten Energie liefert, muss die im Sommer gewonnene
Wärme für die kalte Jahreszeit gespeichert werden. Große Pufferspeicher, meist in der Mitte des Hauses integriert, sind die Lösung dafür; im Solarhaus von Jakob Lehner ist der
Speicher neun Meter hoch; er hat einen Durchmesser von 2,40 Metern und ein Fassungsvermögen von 39.500 Litern.
Das ist etwa das 200fache des Volumens der Speicher in den kompakten Solar-Brennwertgeräten, die von diversen großen Heizungsherstellern in diesem Jahr neu auf den Markt gebracht
worden sind. In diesen Geräten ist neben einem Gas- oder Öl-Brennwertgerät auch gleich ein Solarspeicher und die gesamte Solartechnik integriert. Sie sind meist nicht einmal zwei
Meter hoch und benötigen weniger als einen halben Quadratmeter Stellfläche. Eine komplette Heizzentrale inklusive Solarspeicher lässt sich folglich selbst in Wohnräumen oder unterm
Dach unterbringen. Die neuen Schichtenladespeicher kommen in einem Vierpersonenhaushalt schon mit einem Volumen von 150 bis 200 Litern aus. Der Einstieg ins solare Heizen wird damit
so einfach wie nie zuvor, und der Ertrag ist beachtlich: Anlagen dieser Größenordnung können mit etwa vier bis sechs Quadratmetern Kollektorfläche rund 60 Prozent des Energiebedarfs
für die Warmwasserbereitung decken.